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Forschungsergebnis aus Zusammenarbeit der Universität Ulm und des IHP ausgezeichnet

Frequenzvervielfacher für Millimeterwellen-Frequenzen (Foto von Prof. Schumacher, Uni Ulm)

10.06.2013
Preis bei nationaler Mikrowellenkonferenz in Frankreich an Dr. Valenta, Universität Ulm

 

Ulm/Frankfurt (Oder) 28.05.2013: Vom 14. bis 17. Mai 2013 fanden in Paris zum 18. Mal die "Journées Nationales Microondes" - Tage der Mikrowellentechnik, statt, eine bedeutende internationale Forschungstagung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren hier über Fortschritte in der Mikro- und Millimeterwellentechnik. Diese extrem kurzen Funkwellen sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken - sie übertragen zum Beispiel unsere Handy-Signale zwischen den Basisstationen oder sorgen als Fahrzeug-Radar für Sicherheit im Straßenverkehr.

 

Alljährlich wird auch ein Preis für den besten Beitrag der Konferenz vergeben - und der ging dieses Jahr an Dr. Václav Valenta, akademischer Rat in der Arbeitsgruppe von Professor Hermann Schumacher von der Universität Ulm, Institut für elektronische Bauelemente und Schaltungen.

 

Dr. Valenta beschreibt in seiner Arbeit, wie durch Vervierfachung einer niedrigeren Ausgangsfrequenz sehr effizient Signale im Bereich um 120 GHz (Gigahertz) erzeugt werden können, und zwar in einem äußerst kompakten integrierten Schaltkreis in Siliziumtechnik. Die Technologie für die Fertigung dieser Schaltungen wurde im IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) in Frankfurt(Oder) entwickelt und der Chip in der modernen institutseigenen Pilotlinie gefertigt. Das IHP arbeitet mit den Ulmer Forscher um Prof. Schumacher schon seit vielen Jahren in EU-Projekten zusammen.

 

"Die konventionellen Frequenzbereiche nähern sich schnell ihrer Auslastungsgrenze, deshalb muss man bereits jetzt über kostengünstige Systeme jenseits der 100 GHz nachdenken", erläutert Professor Schumacher. Zudem seien die sehr kurzen Wellenlängen wichtig, um sehr effiziente Antennen auf kleinstem Raum unterzubringen, zum Beispiel für Abstandswarnsysteme in Fahrzeugen oder auch bildgebende Verfahren, mit denen sich die Sicherheit auf Flughäfen oder Bahnhöfen weiter verbessern lässt.

 

An der Entwicklung eines solchen tragbaren Geräts arbeiten die Ulmer Forscher im Rahmen eines europäischen Projekts - ein tragbares Gerät soll es ermöglichen, Gepäckstücke auf explosive Inhalte zu überprüfen, ohne das Gepäckstück berühren zu müssen. Da solche bildgebenden Geräte sehr viele Millimeterwellen-Schaltkreise in einer elektronisch steuerbaren Antenne vereinigen müssen, sind Größe und Kosten dieser Bauteile wichtige Gesichtspunkte. Das in Paris von der Ulmer Gruppe vorgestellte Schaltungskonzept wird zwischenzeitlich in einem experimentellen Radarsensor bei 140 GHz eingesetzt, der ein erstes wesentliches Ergebnis des europäischen Forschungskonsortiums NANOTEC darstellt.

 

 

Kontakt:

Mehmet Kaynak
IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Im Technologiepark 25

15236 Frankfurt (Oder)

Germany

Das Gebäude und die Infrastruktur des IHP wurden finanziert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, von der Bundesregierung und vom Land Brandenburg.