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Neues Goldenes Zeitalter der Datenverarbeitung durch aufkommende Verbindungstechnologien

Prof. Dr. Davide Bertozzi (Mitte) wird von Prof. Dr. Bernd Tillack (rechts) zum International IHP „Wolfgang Mehr“ Fellowship Award beglückwünscht. Die Schirmherrschaft für die Auswahl des Preisträgers hatte in diesem Jahr Prof. Dr. Milos Krstic (links) von der Abteilung System Design des IHP. © IHP 2018

25.11.2018
International IHP „Wolfgang Mehr“ Fellowship Award 2018 an Prof. Dr. Davide Bertozzi verliehen

Prof. Dr. Davide Bertozzi wurde heute am IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik mit dem International IHP „Wolfgang Mehr“ Fellowship Award 2018 ausgezeichnet. Der Italiener erhält den Preis für seine Forschung im Bereich elektrooptischer Interkonnektivität, die die Forschungsbereiche Systemdesign und Halbleitertechnologie verbinden, die auch am IHP intensiv erforscht werden. Die potentiell generierbaren Synergien sieht Prof. Bertozzi als Chance für ein Neues Goldenes Zeitalter der Datenverarbeitung. Die Silizium-Photonik, die auch ein Forschungsschwerpunkt des IHP ist, gewinnt als aufstrebende Verbindungstechnologie im Zusammenhang mit kleinen Systemen immer mehr an Bedeutung und hat ein beispielloses Marktwachstum. Sie ermöglicht die Übertragung extrem hoher Datenraten und ist somit Grundlage für Anwendungen im Bereich Big Data. Prof. Bertozzi ist bei seiner Forschung darauf fokussiert, wie die IHP-Technologien auch für solche High-End-Anwendungen eingesetzt werden können.

Prof. Davide Bertozzi leitet die MPSoC (multi-processor system-on-chip) Forschungsgruppe an der Universität von Ferrara in Italien. Mit einem Cross-Layer-Ansatz, der die entscheidenden Merkmale von Kommunikationsarchitekturen und -technologien nutzt, verfolgt er das Ziel, an der Spitze der Systeminnovation zu bleiben. Zuvor forschte er an internationalen akademischen Institutionen wie der Stanford Universität und arbeitete mit großen Halbleiterunternehmen (NEC America Labs, NXP Semiconductors, STMicroelectronics, Samsung Electronics) zusammen. Zu seinen wissenschaftlichen Ergebnissen zählen mehr als 160 Veröffentlichungen, vier Best Paper Awards, drei Best Paper Award-Nominierungen sowie ein High Impact Paper Award, den er für einen der fünf meistzitierten Artikel der ICCD-Konferenz erhielt. Er ist Mitglied des Exzellenznetzwerks HIPEAC (High-Performance and Embedded Architecture and Compilation) und war an mehreren EU-Forschungsinitiativen (Galaxy, NaNoC, Victoria) beteiligt. Außerdem wurde Prof. Bertozzi von der italienischen Regierung im Rahmen des Programms „FIRB 2008 - Future in Research“ für die Durchführung von Roadmap-Studien zur Silizium-Photonik im Zusammenhang mit kleinen Systemen ausgezeichnet. „Als Mitarbeiter in europäischen Projekten zusammen mit dem IHP fühle ich mich durch diese Auszeichnung sehr geehrt. Die Zusammenarbeit mit IHP-Kollegen hat meine Forschungsaktivitäten stark beeinflusst.“, so Prof. Bertozzi.

Der International IHP „Wolfgang  Mehr“ Fellowship Award wird seit 2016 verliehen und ist dem ehemaligen wissenschaftlichen Direktor des IHP Prof. Dr. Wolfgang Mehr gewidmet, der 2015 verstorben ist. Prof. Mehr leitete das Institut von 2002 bis 2014 mit einer zukunftsfähigen Strategie und führte es zu einer international anerkannten, exzellenten Forschungseinrichtung. Eben diese lösungsorientierte Zielstrebigkeit zeichnet die Preisträger aus. Im vergangenen Jahr erhielt Prof. Dr. Niels Pohl von der Ruhr-Universität Bochum den Preis für seine Forschung im Bereich Millimeterwellenradar und Höchstfrequenzsensoren. 2016 wurde Dr. Fabio Coccetti für seine wissenschaftliche Tätigkeit im Bereich der 2D-Materialien ausgezeichnet.

Das Gebäude und die Infrastruktur des IHP wurden finanziert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, von der Bundesregierung und vom Land Brandenburg.