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Schnelle Verbindungen überall: IHP koordiniert Projekt mit groß angelegtem Test von 5G-Mobilfunknetzen

5G-VICTORI wird die Funktionalität von 5G-Technologien in großen Feldversuchen an verschiedenen Standorten in ganz Europa überprüfen. © Universität Bristol

02.07.2019
Die kommerzielle Einführung des neuen Technologiestandards beginnt 2020

In Valencia gab es am 21.06.2019 die erste Vorstellung des vom IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik koordinierten Projekts 5G-VICTORI. Der Projektkoordinator Dr. Jesús Gutiérrez erläuterte auf der internationalen Konferenz EuCNC 2019, die von der Europäischen Kommission unterstützt wurde, die technischen Ziele und die groß angelegten Versuche zum Test der Technologie sowie von Anwendungsfällen. Nach einer Reihe erfolgreicher Projekte und Entwicklungen besteht das Ziel dieses neuen Projekts darin, die Funktionalität von 5G-Technologien in großen Feldversuchen an verschiedenen Standorten in ganz Europa zu überprüfen. Zu den Hauptbranchen, auf die sich solche Studien beziehen, gehören Verkehr, Energie, Medien und Fabriken der Zukunft. Zu den Projektpartnern zählen Industrieunternehmen, Forschungsinstitute und Universitäten aus acht europäischen Ländern.

 

5G-Mobilfunknetze nehmen Gestalt an und werden bald für alle verfügbar sein. Im Jahr 2020 wird die kommerzielle Einführung dieser neuen Technologie beginnen. Diese wird Hochgeschwindigkeitskonnektivität von überall aus ermöglichen, eine hohe Anzahl von Sensoren verbinden, Produktionslinien in großen Fabriken steuern, autonomes Fahren unterstützen und E-Health-Anwendungen ermöglichen, um nur einige Anwendungsbereiche zu nennen.

 

In Bezug auf 4G müssen viele Parameter für zukünftige 5G-Netze verbessert werden, um die Anforderungen an Breitbandkommunikation, äußerst zuverlässige Kommunikation und große Sensornetze zu bedienen. Die geplanten Feldversuche werden die Effizienz der in früheren Forschungsprojekten entwickelten Technologien überprüfen. „In unserem Projekt arbeiten sowohl Partner aus dem akademischen Bereich als auch aus dem Anwendungsbereich eng zusammen. Dies hilft uns zu überprüfen, inwieweit die Anforderungen potenzieller Anwender erfüllt werden können. 5G-VICTORI wird dazu beitragen, dass sich jeder Smartphonebesitzer auf eine unterbrechungsfreie Netzwerkverbindung mit hoher Datenrate verlassen kann“, sagt Dr. Jesús Gutiérrez, Projektkoordinator von 5G-VICTORI.

 

Neue leistungsfähige und kostengünstige Netze sind erforderlich, um die 5G-Basisstationen mit dem Kernnetz der Telekommunikationsanbieter zu verbinden. Das IHP steuert dabei drahtlose Millimeterwellenverbindungen bei, um die Konnektivität im sogenannten Transportnetz effizient zu realisieren.

 

Prof. Grass, Gruppenleiter für drahtlose Breitbandkommunikation am IHP, erklärt: „5G-VICTORI bringt viele Partner zusammen, die bereits über umfassendes Know-how in der Entwicklung und dem Einsatz von 5G-Technologien verfügen. Gemeinsam mit potenziellen Anwendern können wir realistische Anwendungsfälle und Szenarien zum Testen dieser Technologie implementieren. Unsere Feldversuche in Berlin (GER), an mehreren Standorten in Frankreich (FR), Rumänien (RO), Patras (GR) und Bristol (GB) werden wertvolle Daten für die Optimierung der Technologie und für zukunftsweisende Anwendungen auf Grundlage dieser neuen, leistungsstarken Netzwerkinfrastruktur liefern."

 

Das Projekt 5G-VICTORI ist Teil der 5G Infrastructure Public Private Partnership (5G-PPP). Die gemeinsame Initiative der europäischen Informations- und Kommunikationsindustrie zielt zum einen darauf ab, Anforderungen für die nächste Generation von Kommunikationsnetzen und -diensten festzulegen. Zum anderen werden auf Basis der Anforderungen technische Lösungen untersucht und getestet. Drittens werden große Feldversuche durchgeführt, um die Leistung zu testen und zu verifizieren. Das Projekt 5G-VICTORI wird vom EU-Programm Horizont 2020 mit rund 13,5 Mio. EUR gefördert. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren und begann am 1. Juni 2019.

Das Gebäude und die Infrastruktur des IHP wurden finanziert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, von der Bundesregierung und vom Land Brandenburg.