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4. Brandenburger Sensornetztag erfolgreich verlaufen

Prof. Dipl.-Ing. Markus Ullman vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik referiert zum Thema "Sicherheit in Funksystemen"

26.10.2012
Am 18. Oktober fand am IHP, in Zusammenarbeit mit der IHK Ostbrandenburg, der 4. Brandenburger Sensornetztag statt. Unter dem Thema „Sicherheit in Funksystemen“ wurden den 30 Gästen interessante Vorträge und Live-Demonstrationen geboten.

Am 18. Oktober fand am IHP, in Zusammenarbeit mit der IHK Ostbrandenburg, der 4. Brandenburger Sensornetztag statt. Unter dem Thema "Sicherheit in Funksystemen" wurden den 30 Gästen interessante Vorträge und Live-Demonstrationen geboten.

 

Herr Prof. Ullmann vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Herr Krause von der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) zeigten in ihren beiden spannenden Vorträgen, dass sichere Funksysteme nicht nur im Bereich drahtloser Sensornetze extrem wichtig sind. Die Thematik wird aber von vielen Unternehmen noch zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Ein Grund hierfür ist, dass viele kleine und mittelständige Unternehmen davon ausgehen, dass sie nicht zur Zielgruppe von den aus der Presse bekannten Cyberangriffen wie Stuxnet und Flame gehören. Herr Krause wies darauf hin, dass ein sehr großes Risiko durch die sogenannten "Scripptkiddies" besteht. Darunter versteht man Personen, die meist ohne politische oder kommerzielle Hintergedanken versuchen in jegliche Computersysteme einzudringen.

 

Wie einfach es ist, zum Beispiel ein WLAN zu stören, zeigte Stephan Kornemann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des IHP, in einer Demonstration. Dabei konnte er ohne Probleme eine bestehende WLAN-Verbindung stören, indem er mit einem scheckkartengroßen Gerät Störsignale sendete. Dadurch wurde es für die bestehende Verbindung unmöglich ihre Daten erfolgreich zu übertragen. Dies wird als "Jamming" bezeichnet. "Eine derartige Anwendung kann man in nur wenigen Stunden implementieren", so Stephan Kornemann. Auch die dafür benötigte Ausstattung ist für weniger als 100 € im Elektronikfachhandel erwerbbar. Und weiter: "Ein erster Schritt, um einem derartigen Angriff zu begegnen, ist es, diesen auch zu erkennen." Dazu wurde eine am IHP entwickelte Jamming-Erkennung demonstriert mit der man verschiedenste Jamming-Angriffe erkennen kann um im Anschluss Gegenmaßnahmen einzuleiten.

 

In einem weiteren Vortrag stellte Herr Dr. Roßberg von der Technischen Universität Ilmenau das µTESLA Konzept vor. Bei diesem auch in Sensornetzen eingesetztem Verfahren werden Daten effizient verschlüsselt und digital signiert bevor sie übertragen werden. Dadurch wird zum einen verhindert, dass ein Dritter diese Daten abhören kann. Zum anderen kann der Empfänger anhand der digitalen Signatur erkennen, ob die Daten durch einen Dritten verändert wurden.

 

Herr Kopielski von der Greenway Systems GmbH schilderte die Problematik der Sicherheit aus Anwendersicht. Die Firma Greenway Systems GmbH entwickelt Verkehrsregelanlagen, deren Teilkomponenten drahtlos miteinander kommunizieren um flexibel und ökonomisch eingesetzt werden zu können. Hierbei müssen die aufgenommenen Verkehrsdaten zuverlässig und sicher an einen zentralen Rechner gesendet werden. Dieser kann dann mithilfe dieser Information den Verkehr regeln, um z.B. Staus zu vermeiden.

 

Abgeschlossen wurde die Vortragsreihe durch Prof. Langendörfer, Organisator der Veranstaltung. Er fasste die Probleme einer sicheren drahtlosen Kommunikation in drahtlosen Sensornetzen und der Industrie noch einmal zusammen. Abschließend sagte er: "Es gibt in der Forschung zahlreiche Ansätze und Lösungen um drahtlose Kommunikation in Sensornetzen sicherer zu machen. Leider haben es bisher keine Lösungen bis zum praktischen Einsatz in der Industrie geschafft."

 

Das IHP arbeitet seit fast 10 Jahren an sicheren Softwarelösungen sowie an Hardware für eine schnelle und energieeffiziente Verschlüsselung von Daten. Bereits während der Vorträge und in den Pausen dazwischen diskutierten die Teilnehmer untereinander und mit den Ausstellern, die den 4. Brandenburger Sensornetztag nutzten, um ihre Produkte aus den Bereichen Umwelttechnik und drahtloser Kommunikation vorzustellen, angeregt über die Thematik. Dies zeigte den Veranstaltern und auch den Referenten, dass die Wahl dieses Schwerpunktthemas die richtige Entscheidung war.

 

 

Dr.-Ing. Michael Roßberg (TU Ilmenau) stellt das µTESLA-Konzept vor

Demonstration der Jamming-Erkennung durch Stephan Kornemann (IHP)

The building and the infrastructure of the IHP were funded by the European Regional Development Fund of the European Union, funds of the Federal Government and also funds of the Federal State of Brandenburg.