Aktuelles Pressemitteilung

IHP plant eigenes Leibniz-Gebäude in Cottbus

Vertreter der Partnerinstitute bei der ersten Spatenstichveranstaltung in Cottbus / © Daniel Staubach, IHP 2026

Cottbus / Frankfurt (Oder), 1. Oktober 2026. Mit einem gemeinsamen Spatenstich haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Fraunhofer-Gesellschaft und das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik heute die Erschließung des neuen Forschungscampus im Lausitz Science Park begonnen. Auf dem 51.000 Quadratmeter großen Areal errichten die drei Partner in den kommenden Jahren jeweils eigene Gebäude. Das IHP plant dort ein Büro- und Laborgebäude, das als Leibniz-Standort angelegt ist und rund 140 Arbeitsplätze bieten soll. Die Fertigstellung ist für Ende 2029 angesetzt.

Am Standort Cottbus will das IHP Forschungsthemen bearbeiten, bei denen Mikroelektronik, innovative Materialsysteme und künstliche Intelligenz zusammenwirken, etwa intelligente Edge-Systeme, die Mikroelektronik und KI verbinden, verteilte Sensorik und neue Materialsysteme für sensorische Anwendungen. Die Labore sind für Materialanalytik, für Sensorik und eingebettete Systeme sowie für Biomaterialien im Gesundheitsbereich vorgesehen, ein weiteres dient dem Aufbau von Systemen und Demonstratoren. Die Hälfte des Gebäudes nutzt das IHP für den eigenen Bedarf; die andere Hälfte steht weiteren Instituten der Leibniz-Gemeinschaft als dauerhafte oder projektbezogene Anlaufstelle offen. So können mehrere Institute unter einem Dach interdisziplinär forschen.

Das IHP ist seit 1998 in Cottbus aktiv, mit gemeinsamen Professuren, einem Joint Lab und einem Joint Research Center an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Seit 2023 unterhält es zudem einen eigenen Standort in der Cottbuser Nordstraße, wo es bis zum Einzug in den Neubau sein Team aufbaut. Den Strukturwandel unterstützt es durch die Beteiligung an den Strukturstärkungsprojekten iCampus, OASYS und AI-DISCO; AI-DISCO hat das IHP selbst initiiert und führt es als Konsortialleiter. Am künftigen Campus wird das Institut direkter Nachbar von BTU, DLR und Fraunhofer und will dort gemeinsame Forschung entlang der Profillinien der BTU und des Lausitz Science Parks betreiben. Für die Region kann die Ansiedlung Anknüpfungspunkte für weitere Forschungseinrichtungen und für Unternehmen aus der Wirtschaft schaffen, auch überregional.

„Viele Fragen, an denen wir heute arbeiten, lassen sich innerhalb einer einzelnen Disziplin nicht mehr beantworten. Sensorsysteme für die Medizin etwa brauchen Mikroelektronik, Materialforschung und KI zugleich“, sagt Prof. Dr.-Ing. Gerhard Kahmen, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer des IHP. „Mit dem Neubau bringen wir diese Fächer unter ein Dach, direkt neben der BTU und unseren Partnern auf dem Campus. Was wir hier erforschen, soll in der Lausitz angewendet werden und wird wichtige Impulse für den Strukturwandel geben.“

Die Erschließung des Forschungscampus wird gefördert durch den Bund aus Mitteln des Investitionsgesetzes Kohleregionen und kofinanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg.

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